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Vagusnerv aktivieren: 12 wirkungsvolle Helfer für mehr Ruhe

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Veröffentlicht:
18.08.2026

Meine persönliche Schatzkiste für Tage, an denen der Kopf einfach nicht abschalten will.

Kennst du das? Du sitzt abends auf dem Sofa, dein Körper ist eigentlich müde, und trotzdem rattert dein Kopf weiter, als hättest du noch drei Deadlines vor dir.

Du bist da, aber irgendwie auch nicht richtig.

Ich kenne das sehr gut.🫩

Bei mir ging die Arbeit lange regelmäßig bis spät in den Abend hinein. Irgendwann sagte mein Mann etwas, das bei mir ziemlich gesessen hat. Sinngemäß meinte er, meine Arbeit hätte inzwischen einen festen Platz in unserer gemeinsamen Zeit bekommen. Als würde sie ständig mit im Raum sitzen.

Wie ein dritter Mitbewohner, den keiner eingeladen hat. Überspitzt gesagt fast wie eine kleine heimliche Affäre, für die irgendwie immer noch Zeit übrig war, während unsere gemeinsame Zeit ständig verschoben wurde. Autsch. Aber er hatte recht.

Das war einer der Momente, in denen ich angefangen habe, mich intensiver damit zu beschäftigen, wie ich aus meinem Arbeitsmodus eigentlich wieder herauskomme. Nicht nur mental. Auch körperlich.

🤯Und damit bin ich irgendwann beim Thema Vagusnerv gelandet.

Heute habe ich eine ganze kleine Schatzkiste voller Dinge, die mir dabei helfen, im Alltag wieder runterzufahren. Manche davon kosten überhaupt nichts. Andere sind kleine Helfer, die ich mir irgendwann angeschafft habe. Einige nutze ich fast täglich, andere hole ich nur dann heraus, wenn ich merke: Heute war einfach zu viel.

Genau diese Schatzkiste möchte ich dir in diesem Artikel zeigen. Nicht als 12-Punkte-Programm, das du ab morgen pflichtbewusst abarbeiten sollst. Sieh es eher wie ein Menü. Du schaust hinein und nimmst dir das heraus, was gerade zu deinem Alltag passt.

Warum ich angefangen habe, mich mit meinem Nervensystem zu beschäftigen

Durch meine Arbeit als Ernährungsberaterin mit Frauen mit PMOS, früher als PCOS bekannt, beschäftige ich mich schon lange nicht mehr nur mit der Frage, was auf dem Teller liegt. Mich interessiert genauso, was drumherum passiert. Wie schläft man? Wie viel Stress hat man? Wie bewegt man sich? Und bekommt der Körper eigentlich irgendwann die Gelegenheit, aus dem Dauerbetrieb wieder herauszukommen?🤷🏻‍♀️

Gerade bei PMOS finde ich diesen Blick wichtig. Studien zeigen, dass psychische Belastungen wie Angst und depressive Verstimmungen bei betroffenen Frauen häufiger auftreten können.1 Das bedeutet natürlich nicht, dass jede innere Unruhe oder jeder stressige Tag automatisch etwas mit PMOS zu tun hat. Für mich war diese Erkenntnis aber ein weiterer Grund, Stress nicht länger als Nebenthema abzutun.

Denn mein eigener Alltag sah zeitweise ziemlich eindeutig aus: viel Arbeit, viele Gedanken gleichzeitig und wenig echte Trennung zwischen Arbeit und Feierabend. Irgendwann fiel mir außerdem auf, dass ich zugenommen hatte, obwohl ich meine Ernährung nicht bewusst verändert hatte.

Als Naturwissenschaftlerin hat mich natürlich interessiert, ob Stress dabei eine Rolle spielen könnte. Denn chronischer Stress beeinflusst über verschiedene Wege unseren Stoffwechsel. Er kann Schlaf, Appetit und Essverhalten verändern und steht auch mit der Regulation von Cortisol, Entzündungsprozessen und der Insulinsensitivität in Verbindung. Gerade bei PMOS finde ich diesen Zusammenhang spannend, weil Insulinresistenz hier ohnehin häufig eine Rolle spielt.

Cortisol selbst ist übrigens nichts Schlechtes.

Ganz im Gegenteil. Wir brauchen dieses Hormon. Cortisol ist Teil unseres zirkadianen Rhythmus, also unserer inneren 24-Stunden-Uhr. Seine Ausschüttung folgt einem natürlichen Tagesrhythmus: Morgens steigt der Cortisolspiegel an und hilft uns dabei, wach und leistungsfähig zu werden, während er im Laufe des Tages normalerweise wieder absinkt. Dieser zirkadiane Rhythmus steuert neben Cortisol auch viele weitere Prozesse wie Schlaf, Körpertemperatur und Melatoninausschüttung, genau das zeigt die Grafik unten.

Problematisch wird also weniger der einzelne Cortisolanstieg, sondern vielmehr ein Alltag, in dem Stress chronisch wird und Erholung dauerhaft zu kurz kommt.

zirkadianer-rhythmus

Für mich war das irgendwann der wichtigere Gedanke: Ich wollte meinen Körper nicht erst dann ernst nehmen, wenn er mir sehr laut sagt, dass es ihm zu viel wird. Mit Mitte dreißig beschäftigt mich außerdem stärker, wie ich gesund älter werden möchte. Meine hormonelle Situation wird sich im Laufe des Lebens ohnehin verändern, irgendwann wird auch die Perimenopause ein Thema sein. Warum also erst dann anfangen, Schlaf, Erholung und Stressregulation ernst zu nehmen?

Übrigens, Entzündungsprozesse und Insulinsensitivität hängen nicht nur mit Schlaf und Stress zusammen. Auch das, was auf deinem Teller landet, spielt eine große Rolle dabei, wie ruhig oder unruhig sich dein Körper insgesamt anfühlt.

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Ein kleiner Urlaubs-Gedanke, den ich spannend finde

Ist dir schon einmal aufgefallen, wie anders man sich im Urlaub verhält? Man schläft vielleicht länger. Der Laptop bleibt öfter zu. Man läuft mehr. Und isst in Ruhe. Und obwohl man entspannter mit dem Essen umgeht, fühlt man sich insgesamt oft sogar besser.

Natürlich bedeutet das nicht, dass Urlaub automatisch schlank macht oder dass man alles essen kann, solange man dabei nur tief genug durchatmet. Aber für mich ist es ein schönes Beispiel dafür, dass Gewicht und Gesundheit eben nicht nur davon abhängen, was wir essen. Schlaf, Bewegung, Stress und unser gesamter Tagesablauf gehören genauso dazu.

Ich versuche mir unter der Woche deshalb kein imaginäres All-inclusive-Hotel vorzugaukeln. Aber ich versuche mir kleine Ruheinseln zu bauen. Und genau daraus ist nach und nach meine Schatzkiste entstanden.

Was ist der Vagusnerv überhaupt?

Ganz kurz, ohne Anatomievorlesung. Versprochen. Stell dir den Vagusnerv wie eine lange, verzweigte Kommunikationsleitung vor, die vom Hirnstamm aus durch Hals und Brustkorb bis in den Bauchraum verläuft. Er verbindet das Gehirn mit verschiedenen Organen und transportiert ständig Informationen in beide Richtungen.

Als wichtiger Teil des Parasympathikus ist der Vagusnerv an vielen Vorgängen beteiligt, die mit Ruhe und Regeneration zusammenhängen, unter anderem an der Regulation von Herzfrequenz und Verdauung. Sein Gegenspieler ist vereinfacht gesagt der Sympathikus. Der ist nicht unser Feind. Wir brauchen ihn, wenn wir konzentriert arbeiten, Sport machen oder morgens überhaupt aus dem Bett kommen wollen. Problematisch wird es erst, wenn gefühlt nur noch das Gaspedal funktioniert und die Bremse kaum Gelegenheit bekommt.

Dabei finde ich eine Sache wichtig: Nicht alles, was mir beim Entspannen hilft, aktiviert automatisch ausschließlich den Vagusnerv. Manche der folgenden Methoden haben einen direkteren Bezug zur parasympathischen Regulation. Andere helfen mir schlicht dabei, weniger Reize zu haben, besser zu schlafen oder bewusster Pausen einzubauen.

Meine Schatzkiste: So bringe ich mehr Ruhe in meinen Alltag

So. Jetzt machen wir die Kiste auf. Ich mache übrigens nicht jeden Tag alle hier erwähnte Dinge. Manchmal besteht meine große Nervensystem-Routine aus fünf bewussten Atemzügen und Feierabend. Auch okay.

1. Ich bewege mich morgens

Bewegung gehört für mich inzwischen fast selbstverständlich zum Morgen. Was genau ich mache, hängt vom Tag ab. Manchmal gehe ich einfach spazieren. An anderen Tagen mache ich Stretching oder Krafttraining. Ich schaue auch darauf, wie viel Energie ich gerade habe und wo ich mich in meinem Zyklus befinde.

Ich brauche morgens kein Hardcore-Workout. Mir geht es eher darum, meinen Körper einmal bewusst zu bewegen, bevor ich stundenlang am Schreibtisch sitze. Und ich merke einen großen Unterschied zwischen einem Morgen, an dem ich direkt Laptop und Handy aufklappe, und einem Morgen, an dem ich vorher wenigstens kurz draußen war.

2. Fünf langsame Atemzüge

Fast lächerlich einfach. Und trotzdem einer meiner liebsten kleinen Notfallknöpfe. Ich atme bewusst langsam in den Bauch und lasse meine Ausatmung etwas länger werden als die Einatmung.

Langsames Atmen gehört tatsächlich zu den besser untersuchten Möglichkeiten, Einfluss auf die autonome Regulation zu nehmen. Gerade eine verlangsamte Atmung steht mit parasympathischen Parametern wie der Herzratenvariabilität in Verbindung.2

Was ich daran besonders mag: Ich kann es vor einem unangenehmen Telefonat machen, an der Ampel, im Bett oder zwischen zwei Aufgaben. Manchmal reichen schon diese fünf Atemzüge, damit ich überhaupt bemerke, wie angespannt ich gerade war.

3. Summen und Singen

Ja. Wirklich. 😀

Der Vagusnerv besitzt Verbindungen im Bereich von Rachen und Kehlkopf. Die Vibration beim Summen und Singen kann diesen Bereich stimulieren, und es gibt inzwischen Untersuchungen zu vokalen Praktiken wie dem Summen und ihrer Wirkung auf die autonome Regulation.3

Für mich persönlich hat Summen noch einen zweiten Effekt: Es holt mich aus meinem Kopf. Man kann erstaunlich schlecht gleichzeitig in fünf Arbeitsproblemen hängen und bewusst vor sich hinsummen. Zumindest ich nicht. Vielleicht sieht es ein bisschen verrückt aus. Damit kann ich leben.

4. Einige Minuten einfach liegen, manchmal mit Zenowell* dazu

Das hier klingt fast zu banal für einen Blogartikel: Ich lege mich manchmal einfach hin. Fünf Minuten. Kein Handy. Keine Aufgabe. Keine produktive Pause. Einfach liegen. Gerade wenn ich zu Hause arbeite, ist das für mich eine der einfachsten Möglichkeiten, einen kleinen Schnitt zwischen zwei intensiven Arbeitsblöcken zu machen.

Seit einigen Monaten gehört dabei auch mein Zenowell Luna* zu meiner Routine. Dahinter steckt eine Methode namens transkutane aurikuläre Vagusnervstimulation, kurz taVNS.

Das klingt kompliziert, ist aber eigentlich simpel: Ein kleines Ohrstück gibt sanfte Impulse ab und stimuliert darüber einen Ast des Vagusnervs, der durchs Ohr verläuft. Nicht-invasiv, ohne Nadeln, ohne Medikamente. Diese Methode wird inzwischen auch im Kontext von Frauengesundheit wissenschaftlich untersucht, etwa in einer randomisierten Studie und einer Pilotstudie zu Regelschmerzen.4,5

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Das Gerät war ursprünglich ein Geschenk, und ich war ehrlich gesagt selbst neugierig, was ich davon halten würde. Inzwischen nutze ich es wirklich gern. Das Praktische daran: Du kannst es ganz nebenbei tragen, beim Arbeiten am Computer, beim Spazierengehen oder einfach zwischendurch. Ich persönlich nutze es aber am liebsten abends auf der Couch. Ich setze das Ohrstück ein, wähle meinen Modus und lasse es einfach ein paar Minuten laufen. Besonders nach langen Arbeitstagen fällt es mir damit deutlich leichter, abzuschalten, und ich habe den Eindruck, dass ich häufig schneller einschlafe.

Also definitiv ein fester Bestandteil meiner Abendroutine, und ich bin richtig überzeugt von diesem kleinen Gerät.

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5. Beine hoch an die Wand

Einer meiner absoluten Favoriten. Ich lege mich auf den Rücken, rutsche mit dem Po relativ nah an die Wand und lege die Beine nach oben. Im Yoga kennt man diese Haltung als Legs up the wall.

Ich mache daraus kein kompliziertes Ritual. Keine perfekte Atemtechnik, keine zehn zusätzlichen Übungen. Ich liege einfach da. Gerade an Tagen, an denen ich mich körperlich platt fühle, bringt mich diese Position persönlich sehr schnell runter. Wenn du die Haltung angenehm findest, probier sie ruhig einmal aus.

6. Kälte, aber bitte nicht nach dem Motto je härter, desto besser

Kälte ist momentan überall. Eisbäder, Cold Plunges, eiskalte Duschen. Und ja, auch Kältereize können über verschiedene physiologische Mechanismen das autonome Nervensystem beeinflussen. Trotzdem bin ich kein Fan davon, jeder gestressten Frau erstmal ein Eisbad zu verordnen. Kälte ist schließlich selbst ein Reiz.

Meine persönliche Variante ist wesentlich unspektakulärer. Ich fülle eine Schale mit kaltem Wasser, gebe einige Eiswürfel hinein und tauche mein Gesicht kurz hinein. Fertig. Kein Wim-Hof-Bootcamp um sechs Uhr morgens. Ich mag diesen kurzen Reiz sehr, und meine Haut freut sich als Nebeneffekt ebenfalls darüber. Wenn man Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere relevante Vorerkrankungen hat, würde ich intensive Kältereize wie Cold Plunges oder Eisbaden, allerdings vorher medizinisch abklären.

7. Meine Akupressurmatte

Noch so ein Teil, bei dem ich anfangs dachte: Brauche ich das wirklich? Inzwischen liegt meine ShaktiMat* erstaunlich häufig auf dem Boden. Die ersten Sekunden sind jedes Mal ein bisschen, nennen wir es interessant. Sie piekst. Ordentlich. Aber danach entsteht bei mir diese typische Wärme im Rücken, und ich merke häufig, wie sich meine Schultern langsam entspannen.

Ich nutze sie meistens am Abend und wechsle nach Lust und Tagesform zwischen ShaktiMat* und Zenowell*, manchmal auch beides. Für mich persönlich wirkt das ehrlich gesagt besser als Melatonin. Danach bin ich im siebten Himmel und schlafe wie ein Baby. Das ist tatsächlich eines der Produkte, die ich schon länger gern weiterempfehle, weil ich sie selbst wirklich benutze. Das ist tatsächlich eines der Produkte, die ich gern weiterempfehle, weil ich sie selbst wirklich benutze.

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8. Ich begrenze bewusst, wie viel ich mich berieseln lasse

Kleiner Fun Fact: Wir besitzen einen Fernseher. Netflix haben wir trotzdem seit Jahren nicht mehr. Ganz bewusst. Ich habe irgendwann gemerkt, wie schnell aus Wir schauen eine Folge drei Folgen werden und wie wenig echte Ruhe dabei eigentlich entsteht.

Ich möchte gar nicht behaupten, dass Netflix schlecht für deinen Vagusnerv ist. Aber für mich war weniger Dauerberieselung und blaues Licht am Abend ein erstaunlich großer Gewinn. Ähnlich mache ich es inzwischen mit Social Media. Ich habe dafür ein festes Zeitfenster eingerichtet. Ist die Zeit verbraucht, sperrt sich die App. Natürlich könnte ich die Sperre umgehen. Aber meistens tue ich es nicht. Allein dieser kleine Widerstand verhindert dieses automatische: Instagram auf, zu, zwei Minuten später wieder auf.

9. Ich achte darauf, dass mein Essen mich durch den Tag trägt

Jetzt kommt der Punkt, der mir als Ernährungsberaterin besonders wichtig ist. Denn auch unsere Ernährung beeinflusst, wie stabil wir uns durch den Tag fühlen. Wenn ich Mahlzeiten auslasse oder etwas esse, das mich kaum sättigt, merke ich persönlich ziemlich schnell, dass Energie und Hunger Achterbahn fahren.

Deshalb achte ich besonders auf ausreichend Protein, Ballaststoffe und gute Fette. Und nein, Frühstück muss dafür nicht zwingend herzhaft sein. Auch ein süßes Frühstück kann gut funktionieren, wenn die Zusammensetzung stimmt. Ein Porridge mit einer Proteinquelle, Samen und Beeren ist etwas völlig anderes als ein süßes Müsli, das fast ausschließlich aus schnell verfügbaren Kohlenhydraten besteht. Bei PMOS finde ich diesen Punkt besonders relevant, weil Insulinresistenz häufig Teil des Stoffwechselbildes ist.

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Mein Abend ist inzwischen fast wichtiger als mein Morgen

Früher war Feierabend bei mir eher theoretisch. Laptop irgendwann zu. Handy weiter in der Hand. Noch schnell E-Mails. Noch kurz Instagram. Heute versuche ich viel bewusster, meinem Tag irgendwann wirklich ein Ende zu geben. Nicht immer perfekt. Aber deutlich konsequenter als früher.

10. Nach dem Abendessen gehe ich noch einmal raus

Ich liebe meinen Spaziergang nach dem Abendessen. Ich versuche meistens, spätestens bis 19 Uhr gegessen zu haben, damit ich meinem Körper danach genug Zeit für die Verdauung gebe. Danach gehe ich häufig noch eine Runde raus. Im Sommer liebe ich diese Zeit ganz besonders, wenn die Sonne schon tiefer steht und ich die letzten Sonnenstunden nutzen kann.

Es fühlt sich völlig anders an als morgens. Morgens bringt mich ein Spaziergang in den Tag. Abends holt er mich heraus. Und nebenbei ist leichte Bewegung nach einer Mahlzeit natürlich auch aus Stoffwechselsicht interessant. Für mich ist der Spaziergang aber vor allem ein kleiner Übergang: Arbeit vorbei, Essen vorbei, jetzt beginnt der Abend.

11. Handy weg, Licht runter

Das hier hat wahrscheinlich mehr verändert, als ich anfangs erwartet hätte. Irgendwann am Abend kommt mein Handy weg. Nicht neben das Kopfkissen. Nicht mit ins Bett. Wirklich weg. Ich versuche ungefähr zwei Stunden vor dem Schlafengehen deutlich weniger aufs Handy zu schauen und die Benachrichtigungen auszuschalten.

Parallel wird es bei uns zu Hause dunkler. Ich dimme die Beleuchtung und vermeide abends möglichst grelles Licht. Dafür nutze ich unter anderem die warmen, dimmbaren Lichtlösungen von Lichtblock*. Besonders die kleinen Lampen fürs Bad finde ich genial, weil ich mir damit abends nicht noch einmal die komplette Stadionbeleuchtung anschalten muss.

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12. Ein echtes Buch und ein ziemlich langweiliges Schlaffenster

Mein letzter Schatz ist wahrscheinlich der unspektakulärste. Und vielleicht gerade deshalb einer meiner liebsten. Abends lese ich. Ein richtiges Buch. Aus Papier. Oft liege ich dabei im warmen Licht meines Red-Light-Panels von Lichtblock*.

Und ja, ich weiß, das klingt ein bisschen nach Oma-Routine: Um zehn Uhr mit einem richtigen Buch im Bett. Aber ich liebe es inzwischen. Kein Instagram, keine E-Mails, kein nur noch kurz. Einfach lesen, bis mir die Augen zufallen. Gegen halb elf bin ich meistens im Bett, häufig fange ich schon gegen zehn an, den Tag langsam ausklingen zu lassen. Diese Regelmäßigkeit tut mir persönlich unglaublich gut.

Was bei mir trotzdem nicht perfekt läuft

Falls dieser Artikel gerade den Eindruck vermittelt hat, ich schwebe ab 18 Uhr vollkommen zen durch meine Wohnung: Nein. Absolut nicht.

Ich habe immer noch Tage, an denen ich mich komplett in meiner Arbeit verliere. Manchmal merke ich erst an meinem verspannten Kiefer, dass ich seit Stunden konzentriert vor dem Rechner sitze. Manchmal beantworte ich doch noch eine Nachricht, obwohl ich eigentlich Feierabend machen wollte. Und manchmal besteht meine gesamte Entspannungsroutine aus: Laptop zu, Zähne putzen, Bett.

Der größte Unterschied zu früher ist für mich deshalb nicht, dass Stress aus meinem Leben verschwunden wäre. Ich merke heute einfach schneller, wenn es mir zu viel wird. Und dann habe ich inzwischen mehrere Dinge, auf die ich zurückgreifen kann. Genau deshalb mag ich das Bild meiner Schatzkiste so gern. Eine Schatzkiste ist kein Stundenplan. Man greift hinein und schaut, was man heute gebrauchen kann.

Häufige Fragen zum Vagusnerv aktivieren

Wie schnell merkt man etwas?

Das hängt stark davon ab, was du machst und was du unter merken verstehst. Bei langsamer Atmung kann ich persönlich schon während der Übung merken, dass mein Atem ruhiger wird. Andere Veränderungen entwickeln sich eher über Routinen. Bei mir waren zum Beispiel besseres Abschalten am Abend und meine heutige Schlafroutine nichts, was nach einem einzigen Abend plötzlich da war. Ich habe sie mir über längere Zeit aufgebaut.

Was ist die einfachste Vagusnerv-Übung für Anfänger?

Für mich ganz klar: langsames Atmen. Du brauchst nichts dafür und kannst es praktisch überall machen. Atme langsam ein und lass die Ausatmung anschließend etwas länger werden. Mehr würde ich für den Anfang gar nicht daraus machen.

Muss ich jeden Tag alle 12 Methoden anwenden?

Bitte nicht. Dann hätte ich dir aus einem Artikel über Entspannung gerade einen neuen Vollzeitjob gebaut. Meine zwölf Punkte sind meine persönliche Sammlung. Vielleicht gefällt dir davon genau einer. Dann fang damit an.

Kann man den Vagusnerv wirklich aktivieren?

Der Ausdruck ist praktisch und wird häufig verwendet, physiologisch ist der Vagusnerv aber natürlich kein Lichtschalter. Gemeint sind damit meistens Methoden, die die parasympathische Aktivität oder allgemein die autonome Regulation beeinflussen können. Deshalb finde ich den Vagusnerv aktivieren als Alltagssprache völlig okay, solange man daraus keine magischen Versprechen macht.

Meine Schatzkiste ist nicht an einem Tag entstanden

Die Dinge in diesem Artikel habe ich nicht an einem Sonntag auf Pinterest gefunden und ab Montag alle gleichzeitig umgesetzt. Meine Schatzkiste ist nach und nach entstanden. Manche Sachen benutze ich fast täglich. Andere nur dann, wenn ich merke: Heute war einfach viel. Und wahrscheinlich wird sich die Kiste in ein paar Jahren wieder verändert haben.

Wenn du gerade erst anfängst, mach deshalb bitte keine zwölf neuen To-dos daraus. Such dir eine Sache. Vielleicht fünf langsame Atemzüge morgen früh. Vielleicht zehn Minuten draußen nach dem Abendessen. Vielleicht legst du das Handy heute einfach etwas früher weg. Meine Schatzkiste hat schließlich auch nicht mit zwölf Dingen angefangen. Sondern mit einem.

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Quellen

[1] Infante-Cano, M., García-Muñoz, C., Matias-Soto, J., Pineda-Escobar, S., Villar-Alises, O., & Martinez-Calderon, J. (2025). The prevalence and risk of anxiety and depression in polycystic ovary syndrome: An overview of systematic reviews with meta-analysis. Archives of Women’s Mental Health, 28(3), 475–489.

[2] Laborde, S., Allen, M. S., Borges, U., Dosseville, F., Hosang, T. J., Iskra, M., Mosley, E., Salvotti, C., Spolverato, L., Zammit, N., & Javelle, F. (2022). Effects of voluntary slow breathing on heart rate and heart rate variability: A systematic review and a meta-analysis. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 138, 104711.

[3] Trivedi, G., Sharma, K., Saboo, B., Kathirvel, S., Konat, A., Zapadia, V., Prajapati, P. J., Benani, U., Patel, K., & Shah, S. (2023). Humming (simple Bhramari Pranayama) as a stress buster: A Holter-based study to analyze heart rate variability (HRV) parameters during Bhramari, physical activity, emotional stress, and sleep. Cureus, 15(4), e37527.

[4] Kızkın, Z. Y., Yıldız, R., & Özden, A. V. (2025). Effects of transcutaneous auricular vagus nerve stimulation in individuals with primary dysmenorrhea: A randomized controlled trial. Neuromodulation: Technology at the Neural Interface. Vorab-Onlineveröffentlichung.

[5] Wang, C., Zhou, X., Cao, J., Liu, L., Zhang, Y., Ni, X., & Li, X. (2023). Transcutaneous auricular vagus nerve stimulation for the treatment of primary dysmenorrhea: A pilot study. Brain Stimulation, 16(3), 695–697.

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